Neurofilamente sind axonale Strukturproteine. Es handelt sich um Intermediärfilamentproteine, die speziell im neuronalen Zytoskelett vorkommen. Sie bestehen hauptsächlich aus drei Untereinheiten: Nf-L (leichte Kette), Nf-M (mittlere Kette) und Nf-H (schwere Kette), wobei Nf-H stark phosphoryliert ist.
Neurofilament-Leichtketten (Nf-L, Neurofilament-Light Chain) sind sowohl im Liquor als auch im Blut nachweisbar. Sie sind ein Indikator für neuroaxonale Schäden, unabhängig von der Ursache und somit mit einer Vielzahl neurologischer Erkrankungen wie Multiple Sklerose, amyotropher Lateralsklerose, frontotemporaler Demenz, M. Alzheimer oder mit traumatischen Hirnverletzungen assoziiert.
Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Die genaue Ursache ist nicht abschließend geklärt. Im Allgemeinen wird jedoch von einer fehlgesteuerten Immunreaktion gegen Strukturen des ZNS ausgegangen, wobei genetische und Umweltfaktoren eine Rolle spielen.
Symptome und Verlauf variieren individuell sehr stark. Dies erschwert die Diagnose und macht eine frühzeitige, zuverlässige Einschätzung der Krankheitsaktivität besonders wichtig. An dieser Stelle kommen Neurofilament-Leichtketten (Nf-L) ins Spiel. Es handelt sich um Strukturproteine des Axons, die bei Schädigung freigesetzt werden und sowohl im Liquor als auch – in deutlich geringerer Konzentration – im Serum messbar sind. Moderne hochsensitive Verfahren erlauben inzwischen eine zuverlässige Bestimmung im Blut.
- Erhöhte Nf-L-Werte sind ein Indikator für neuroaxonale Schäden. Sie treten u.a. bei MS, Morbus Alzheimer oder nach traumatischen Hirnverletzungen auf.
- Bei MS sind die Nf-L-Konzentrationen höher als bei Gesunden. Sie korrelieren mit der Krankheitsaktivität, dem Auftreten von Schüben, MRT-Läsionen sowie mit dem Ansprechen auf die Behandlung. Auch subklinische Krankheitsaktivität, die im MRT nicht erkennbar ist, kann erfasst werden.
- Unter wirksamer Therapie sinken die Nf-L-Werte, während sie bei fortbestehender Krankheitsaktivität erhöht bleiben. Damit eignen sie sich zur Prognoseabschätzung und für das Monitoring des Therapieverlaufs.
Wichtig ist: Nf-L sind nicht spezifisch für MS, sondern kommen bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen vor. Da die Bestimmung im Serum minimalinvasiv ist, eignet sie sich für das Monitoring.
Nf-L, Neurofilament-Light Chain
Die Bewertung der Nf-L-Konzentration wird von verschiedenen Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Übergewicht und Komorbiditäten wie Diabetes oder Niereninsuffizienz beeinflusst, was zu einer interindividuellen Variabilität führt. Der Nf-L-Wert steigt mit dem Alter physiologischerweise an und dieses muss bei der Interpretation berücksichtigt werden.
Mo - Fr
CLIA: Chemilumineszenz-Assay
Test der Firma Fujirebio
pg/mL
| Alter | Referenzbereich |
|---|---|
| 20 - 29 Jahre | ≤ 8.4 pg/mL |
| 30 - 39 Jahre | ≤ 11.4 pg/mL |
| 40 - 49 Jahre | ≤ 15.4 pg/mL |
| 50 - 59 Jahre | ≤ 20.8 pg/mL |
| 60 - 69 Jahre | ≤ 28.0 pg/mL |
| 70 - 79 Jahre | ≤ 37.9 pg/mL |
| ≥ 80 Jahre | ≤ 51.2 pg/mL |
Die Bestimmung der Neurofilament-Leichtketten (Nf-L) wurde mit dem CLIA-Test der Fa. Fujirebio durchgeführt. Dieser Laboratory Developed Test (LDT) ist nach ISO 15189 akkreditiert. Die auf dem Befund ausgewiesenen altersabhängigen cut off Werte sind daher lediglich orientierend und können nur in Zusammenhang mit klinischen Befunden bzw. anderen Laborparametern interpretiert werden. Die Richtwerte sind nur für Nierengesunde gültig.
Labor Dr. Limbach
Informationen
500 μL
Serum
| 18 - 25 °C | 7 d |
| 2 - 8 °C | 7 d |
| -20 °C | 14 d |
48.6
1775.00
nfls